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Der Geist ist stärker als die Gene

Die Gene sind nicht unser Schicksal


 

Wir leben in einer Zeit der Revolutionen. Fast jede wissenschaftliche Disziplin muss derzeit drastisch umdenken – und selbst die noch recht junge Genforschung hat schon die erste kopernikanische Wende hinter sich.

Die so genannte Epigenetik räumt gründlich mit Vorstellungen auf, die gerade erst richtig in der Gesellschaft angekommen waren. Sie zeigt: Gene sind alles andere als starr oder schicksalsbestimmend. Sie lassen sich durch Ernährung, Lebensstil und den Geist ein Leben lang sozusagen „umschreiben“: Jeder Mensch kann seine Gene fast willentlich an- und ausschalten – und diese Veränderung sogar an seine Kinder weitervererben.

Epigenetik ist ein Bereich der Biologie, welcher aufzeigt, wie die Natur das Verhalten von Zellen ändert – ohne deren genetischen Code zu ändern.

Es war der Gipfel des materialistischen Denkens: Unser Erbgut, ein klein bisschen Chemie sollte unser Aussehen, unsere Persönlichkeit, unsere emotionalen, intellektuellen und gesundheitlichen Veranlagungen bestimmen.

„Die Gene sind unser Schicksal“ echote es allerorten durch die Presse und wöchentlich glaubte man, das „Raucher-Gen“, das „Depressions-Gen“, oder dergleichen mehr gefunden zu haben. Man meinte gar, der Natur nun endlich auf die Schliche gekommen zu sein: Das Human Genome Project bräuchte den Code nur noch entschlüsseln, und der Mensch wäre für die Wissenschaft fortan kaum mehr als eine Maschine, vorhersagbar bis auf das Lieblingsgericht.

Damit ist es aus. Das gesamte bisherige Wissen über unsere Gene und unsere Vorstellung über eine genetische Identität muss schon wieder zu den Akten gelegt werden. Denn wie die Epigenetik zeigt, sind unsere Gene nicht das Gehirn unserer Zellen, sondern vielmehr eine Art Bibliothek von Programmen, die je nach Bedarf aktiviert werden können.

„Die Wahrnehmung der uns umgebenden Umwelt ist es, die unsere Gene kontrolliert. Darin könnte man einen weiteren Beleg dafür sehen, dass Geist und Materie korrespondieren und einander verändern.“

> Dr. Bruce Lipton

Gene an- und ausknipsen

Eigentlich, so wissen wir jetzt, haben wir zwei Genome: Unsere DNS und das Epigenom, das bestimmt, welche Informationen aus der DNS ausgelesen werden. Die so genannten „epigenetischen Marker“, kleine chemische Anhängsel, die entlang des Doppel-Helix-Strangs verteilt sind, wirken wie Schalter, die Gene an- oder ausknipsen können. Methylgruppen heften sich an die DNS und verhindern dadurch, dass ein Gen ausgelesen werden kann – man spricht von der Methylierung eines Gens. Und ob ein Gen methyliert und damit ein- oder ausgeschaltet wird, das hängt von den äußeren Umständen ab – eine Revolution in der Genforschung.

Der Körper reagiert damit nämlich dynamisch auf Umwelteinflüsse und schreibt das aktive genetische Material quasi laufend um. Das dürfte es nach Darwin gar nicht geben.

Und zur großen Überraschung der Forscher wird das Epigenom sogar noch bis in die dritte Generation an Nachkommen vererbt. Epigenetische Veränderungen können durch viele Faktoren ausgelöst werden. Nahrung, Umwelt. Emotionen, Meditation und unsere zwischenmenschlichen Beziehungen schalten munter in unserem Erbgut herum. Forschungen haben klar gezeigt: Intelligenz, Gesundheit und Charaktereigenschaften lassen sich nachträglich verändern. Unser Geist ist stärker als die Gene. Die Gene steuern uns – aber wir steuern auch sie.

„Wir haben die Fähigkeit, uns selbst zu heilen und haben den Schlüssel in Händen, ein Leben voller Gesundheit, Glück und Liebe zu erschaffen!“

Dr. Bruce Lipton

Radikales Umdenken

Die Epigenetik entwirft damit ein völlig neues Bild von der Rolle der DNS und ihrer Wechselwirkung mit der Umwelt.

Sie ist ein Erdrutsch für das materialistisch-deterministische Denken der Vergangenheit. Unsere Gene sind wandelbar, kreativ, dynamisch.

Dachte man bisher, nur über Generationen und durch Selektion und zufällige Mutation in diesem starren Schicksals-Code könnten neue Eigenschaften entstehen, so weiß man jetzt: Unser Lebensstil, unser Verhalten und unsere geistige Verfassung sind kreativer Bestandteil der Evolution – und die scheint damit weit mehr zu sein, als die von Darwin postulierte Verkettung zufälliger Mutationen.

Unsere DNA reagiert mit epigenetischen Phänomenen auf ihre Umwelt. Und sie hat ein Gedächtnis. Nicht nur was in den Genen steht, ist entscheidend, sondern auch, was diese Gene erleben. Sie reagieren auf Erfahrungen, Emotionen und soziale Reize ebenso sensibel, wie auf Gifte aus der Umwelt.

Der Spielraum für den Menschen ist damit tatsächlich sehr groß. Fast alles, was man bisher genetisch erklärte, ist tatsächlich viel mehr eine Folge von Erfahrungen. Versuche mit eineiigen Zwillingen – die vollkommen identisches Erbgut haben – können nun eindeutig nachweisen: Es sind die Lebensumstände und der Lebensstil, die den Ausschlag geben. Eine gute Diät verändert Hunderte Gene, Meditierende verändern tatsächlich die Struktur ihres Gehirns.

„Unsere Gedanken und Empfindungen in Bezug auf andere Personen sind nicht nur in uns, sie wirken sich zudem auf die Person aus, die in unserem Denken und Fühlen fokussiert ist. Sind dies positive Empfindungen, wird diese Person unsere Nähe suchen – negative Empfindungen und Gedanken bewirken das Gegenteil.“ 

Dr. Bruce Lipton

natursymphonie - Der Geist ist stärker als die Gene - Vortrag - B.Lipton1

„Wir sind nichts anderes als interagierende Wellen – und Wellen werden durch das jeweilige Energiefeld geformt.“  Dr. Bruce Lipton

natursymphonie - Der Geist ist stärker als die Gene - Vortrag B.Lipton2

Trauma wird vererbt

Der Neurologe Michel Meaning wies als einer der Ersten nach, dass Gene aus Erfahrung lernen und Mutterliebe bei Mäusen über das Epigenom vererbt wird: Die Liebe der Mäuse-Mutter schaltet ein Gen an, das dafür sorgt, dass ein Rezeptor im Gehirn Stresshormone abbaut. Ohne die Liebe hingegen wurde das Gen ausgeschaltet und die Stresshormone gerieten so außer Kontrolle, dass die Mäuse auch ihren eigenen Nachwuchs lieblos behandelten – wodurch sie das Gen auch bei ihnen ausschalteten. Sobald man ein Junges jedoch in die Obhut einer liebvollen Mutter übergab, wurde das Gen wieder angeschaltet und auch so weitervererbt.

Sowohl Glück als auch Trauma betrifft also schon genetisch betrachtet nicht nur eine Generation, sondern Erfahrungen sind vererbbar. Ein Forscherteam der Universität Zürich konnte nachweisen, dass ein Trauma sich bei Mäusen epigenetisch an die drei nachfolgenden Generationen vererbt: Durch das Erlebnis werden bestimmte Gene methyliert und bleiben es auch in den nächsten Generationen ausgeschaltet, die dadurch die gleichen körperlichen Symptome und Verhaltensstörungen aufweisen – wohlbemerkt ohne dass es zu einer Mutation der DNS an sich kommt.

Dass Erfahrungen und die dadurch entwickelten Verhaltensweisen sich vererben lassen, hat weit reichende Konsequenzen:

Wir haben damit buchstäblich die Erfahrungen unserer Ahnen in den Genen.

Lawrence Harper, Psychologe an der University of California vertritt die These, dass unser epigenetisches Erbe und unsere Persönlichkeit sich gegenseitig sehr stark beeinflussen. Er geht davon aus, dass es auch beim Menschen mehrere Generationen dauert, um in einer Bevölkerung die epigenetischen Folgen von Armut, Krieg und Vertreibung zu heilen.

Das dürfte für viele Menschen, die sich mit alternativen Heilmethoden beschäftigen keine neue Information sein. DNS-Heilung, Klärung des Zellgedächtnisses und ähnliche Schlagwörter geistern schon länger durch die Szene – kommen wir einer wissenschaftlichen Erklärung näher?

„Wenn Ihr Euren Geist verändern könnt, dann könnt Ihr die Biologie verändern. Der Geist ist die Hauptursache für Erkrankungen heute.“ 

Dr. Bruce Lipton

Was wir schon immer wussten…

Die Epigenetik fördert Erkenntnisse zu Tage, die vieles unterstützen, was uns die ganzheitliche Heilkunde schon länger lehrt. Eine Studie mit Krebspatienten zeigte dies eindrucksvoll. Die Patienten mussten jeden Tag eine halbe Stunde spazieren gehen, meditieren und eine Diät aus frischem Gemüse, Obst, Körnern und Vitaminen einhalten – nach drei Monaten hatte der neue Lebensstil über 500 Gene auf förderliche Weise ein- oder ausgeschaltet und die Gesundheit dadurch nachhaltig verbessert.

Eine andere Studie zeigt, dass grüner Tee eine Reihe von normalerweise ausgeschalteten Genen aktiviert, die Krebstumore abbauen. Bei Agouti-Mäusen kann man allein durch erhöhte Zufuhr von Vitamin B12 und Folsäure die genetische Veranlagung zu Krebs und Diabetes ausschalten – und vieles dergleichen mehr. Vielleicht bringt uns die Genforschung, die von vielen eher als Gegensatz zu alternativen Heilmethoden angesehen wird, letztlich eine wissenschaftliche Grundlage auf der sich besser verstehen lässt, was Gesundheit wirklich ist.

Der Lebensstil, das zeigt die Epigenetik deutlich, hat erheblichen Einfluss auf unsere Gene. In zahlreichen Studien wurde der verheerende Einfluss von Stress, Rauchen, Fast Food und Suchtstoffen nachgewiesen.

„Wenn ein Zwilling anfängt, zu rauchen, Drogen nimmt oder in eine Gegend mit höherer Luftverschmutzung zieht, selbst nur für ein Jahr, dann kann das epigenetische Profil deutlich voneinander abweichen. Das ist sehr dynamisch“, berichtet Manel Esteller vom spanischen Krebsforschungszentrum über Versuche mit eineiigen Zwillingen.
Unser Lebensstil beeinflusst sowohl unser eigenes Genom, als auch die Evolution der Menschheit als Ganzes – eine Verantwortung, der wir uns mit dem genetischen Determinismus schon enthoben glaubten.

„Stresshormone schalten das Immunsystem ab. Dennoch reicht allein die Abwesenheit von Stress noch nicht aus, um Wohlergehen und körperliche wie seelische Gesundheit zu bewirken – vielmehr sei Liebe das größte Wachstumssignal überhaupt.“

Dr. Bruce Lipton

Ist Spiritualität eine Sache der Gene?

Die Epigenetik dürfte auch im spirituellen Bereich viele interessante Spekulationen zulassen. Welchen Einfluss hat Meditation oder gar Erleuchtung auf das Epigenom? Werden hier wohlmöglich Gene aktiviert, die sonst in uns schlafen?

Ist der Bewusstseinssprung, der uns bevorstehen soll, wohlmöglich auch ein genetisch-evolutionäres Ereignis?

Können bestimmte Praktiken epigenetische Veränderungen bewirken? Ein ganzes Feld der Grenzforschung tut sich hier auf.

Vielleicht geht es uns am Ende, wie in dieser kleinen Geschichte:

Ein Genforscher macht sich auf die Reise zum Gipfel der wissenschaftlichen Erkenntnis. Oben angekommen, trifft er dort meditierend den Erleuchteten. „Was machst den Du hier?!“ ruft er erstaunt aus. Der andere lächelt ihm zu: „Wo hast du denn so lange gesteckt?!“

Quelle:  sein.de

 

Vortrag Dr. Bruce Lipton „Der Geist ist stärker als die Gene“

Der Biologe Bruce Lipton ist überzeugt: Unsere Zellen haben die Antworten auf alle Probleme unserer Zeit. Er zählt ohne Zweifel zu den großen Visionären unserer Zeit und seine Forschungen und Bücher gehören zum Inspirierensten, was die Wissenschaft derzeit zu bieten hat.

Was können uns unsere Zellen also über Spiritualität, Gesellschaft und sogar Ökonomie beibringen?
Im Interview mit Tami Simon von SoundsTrue.com berichtet Bruce von seinen atemberaubenden Erkenntnissen durch die Zellforschung und warum dieses Wissen eine zentrale Rolle für die Evolution der Menschheit spielt.

>> Interview auf sein.de

 

Die Macht des Unterbewusstseins

„Sie haben sich für die ersten 6 Jahre ihres Lebens in einem Zustand der Trance befunden, in dem Ihnen das Weltbild ihres Umfelds aufgeprägt wurde. Die Dinge, an die Sie damals gelernt haben zu glauben, bestimmen heute Ihr Leben, selbst wenn diese Glaubenssätze nicht mehr zu Ihrer heutigen Lebenssituation passen. Sie haben aber die Möglichkeit, sich selbst neu zu programmieren. Allerdings sind Ihre Überzeugungen und Glaubenssätze in Ihrem Unterbewusstsein gespeichert, wodurch man sie nur durch einen langwierigen Prozess ändern kann. Wer sich aber die Zeit nimmt und bewusst wahrnimmt, was in ihm selber abläuft, kann die eigenen Überzeugungen ändern.“

Bruce Lipton

Ein sehr empfehlenswertes Interview, von dem die ersten 24 Minuten deutsch synchronisiert wurden :

Das gesamte Interview auf englisch finden Sie >> hier

 

Buch- DVD- Empfehlung

Erstaunliche wissenschaftliche Erkenntnisse über die biochemischen Funktionen unseres Körpers zeigen, dass unser Denken und Fühlen bis in jede einzelne unserer Zellen hineinwirkt. Der Zellbiologe Bruce Lipton beschreibt genau, wie dies auf molekularer Ebene vor sich geht. In leicht verständlicher Sprache und anhand eingängiger Beispiele führt er vor, wie die neue Wissenschaft der Epigenetik die Idee auf den Kopf stellt, dass unser physisches Dasein durch unsere DNS bestimmt würde. Vielmehr wird sowohl unser persönliches Leben als auch unser kollektives Dasein durch die Verbindung zwischen Innen und Außen, zwischen Geist und Materie gesteuert.

Bruce Liptons Buch gehört seit 10 Jahren zu den wichtigsten Werken zum Thema „Epigenetik, Geist und Materie“. Es sichert dem Autor seit Jahren einen Platz auf der Watkins Liste der weltweit spirituell einflussreichsten Menschen. Jetzt als aktualisierte Neuauflage mit den neuesten wissenschaftlichen Ergebnissen!

 

Bilder:

Hintergrundbild  > peoplepainters.com   > on Facebook
Grafikbilder – aus Videovortrag von Bruce Lipton

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