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Pflanzenbewusstsein

Die Bewusste Innerlichkeit: Pflanzen tun immer sofort das Richtige – ohne lange herumzuexperimentieren.

Viele Biologen sprechen deshalb von einem „zellulären Bewusstsein“. Weiß zum Beispiel die Silberhaut aus diesem zellulären Bewusstsein, dass man in Südafrikas Wüsten gut überleben kann, wenn man wie ein Stein aussieht? Diese Pflanze wurde zu einem „lebenden Stein“. Wächst sie auf hellem Untergrund, sind ihre Blätter weiß. Ist die Umgebung dunkel, sind es auch ihre Blätter. Und die Blätter gleichen sogar in der Form den herumliegenden Steinen und können rund oder eckig sein. So schützt sich die Silberhaut vor Pflanzenfresser.

Was treibt Pflanzen an? Nicht allein die funktionalen Zwecke – Fortpflanzung und Überleben -, denn „alles Lebendige strebt nach Sein“, schreibt Biologe Andreas Weber, der den Ursprung dieses Strebens in jener „Innerlichkeit“ vermutet, die der Schweizer Biologe Professor Adolf Portmann (1897-1982) jedem Lebewesen zugestand. Sie ist eine Art Triebfeder für alles Lebendige.

Und da Pflanzen Lebewesen sind, sah Biologe Portmann diese Innerlichkeit bei Ihnen ebenfalls. Ihr Geheimnis liegt dort, wo ihre Urkraft auch beim Menschen beginnt: „Wenn ich weiß, dass eine Pflanze, dass ein Baum aus einem einzigen Samen hervorgeht, so muss ich annehmen, dass der Anlass zu seiner Art von Innerlichkeit genauso dort ist, wie der Anlass zu der meinigen in dieser Eizelle steckte, die ich einmal war.“

„Einzelne Zellen daraufhin zu untersuchen, wie diese ihr Wissen in einer durchdachten Weise sinnvoll einsetzen“ – diese Forderung der amerikanischen Botanikerin und Genetikerin Barbara McClintock (1902-1992) klang im Jahre 1983 anlässlich ihrer Nobelpreisverleihung ziemlich exotisch.

Heute zeigt die Zellbiologie, dass sich die Kommunikation zwischen Zellen bei Pflanzen und Tieren nicht grundsätzlich unterscheidet – und dass sie viele Eigenschaften mit neuronalen Netzwerken gemeinsam hat. Diese Eigenschaften bezeichnen die Pflanzenneurobiologen als „zelluläre Intelligenz“ bzw. „zelluläres Lernen“ und „zelluläres Gedächtnis“. Und weil Lernen Absichten voraussetzt, also ein Bewusstsein, sprechen einige Wissenschaftler auch von „zellulärem Bewusstsein.“

Auszug aus dem Bericht „Neues von Bruder Baum und Schwester Blume“ von Joseph Scheppach, in der Zeitschrift „Zeiten*Schrift

Literatur:
Joseph Scheppach – Das geheime Bewusstsein der Pflanzen

Hintergrundbild: Friedel Frentrop – pixelio.de

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